Brännö in den südlichen Schären Göteborgs

Auf Brännö wurden Werkzeuge und zwei Ansiedlungen aus der Steinzeit gefunden, die beweisen, dass auf dieser Insel der südlichen Schären bereits 7000 vor Christus Menschen zu finden waren. Bereits um das Jahr 1000 tauchte dann, unter den Wikingern, der Name Brännoarna (Brenneyia) auf und man spricht dabei von einem bedeutenden Handelszentrum. Und auch in König Valdemars Jordebok des 13. Jahrhunderts taucht die Insel Brännö wieder und der Namen Brænnø auf. Etymologisch kommt der Name Brännö vermutlich von der Brandung, die die Felsen einst glatt schliff.

Brännö Lönndal

Die Insel Brännö wurde bis ins 18. Jahrhundert immer wieder von Dänen überfallen, da damit den Schiffverkehr Göteborgs am besten zu kontrollieren war, da diese Insel relativ Nahe an Göteborg und direkt an der Fahrtrinne zum freien Wasser liegt, wo heute noch die die Fähren nach Göteborg, die Öltanker und die Frachter verkehren.
 
Die Bewohner Brännös waren, im Gegensatz zu jenen auf anderen Inseln, nie Fischer, sondern lebten als Lotsen, Zöllner und vor allem von der Landwirtschaft. Da Brännö relativ fruchtbare Erde hat, holten sich auch die auf der klippenreichen Insel Vinga lebenden Familien Erde aus Brännö. Noch heute findet man Schafherden auf Brännö, die jedoch auf die unbewohnte Nachbarinsel Galterö auf die Weide geschickt werden.
 
Auch wenn die Insel Brännö kein Naturreservat besitzt, so besteht doch ein großer Teil der Insel aus Wald und Wiesen, die die Granitklippen und den höchsten Berg mit 48 Meter Höhe, immer wieder unterbrechen. Etwa 25% von Brännö gleichen daher eher dem Festland als der umliegenden Inselwelt.

Das alte Dorf Brännö

Sehenswert auf Brännö ist das alte Dorf, wo man noch eine große Menge an Häusern aus dem 18. und 19. Jahrhundert findet, die heute alle unter Denkmalschutz stehen und nur Innen modernisiert wurden. Brännö ist damit die einzige Insel der südlichen Schären, wo nicht nur einzelne historische Häuser erhalten sind, sondern ein ganzer Kern.
 
Während der 20er Jahre, als Lotsen weitaus höhere Einnahmen hatten als Landwirte, entstanden dann die größeren Villen, die man vor allem in der Nähe der Anlegestelle Husvik findet, die das ganze Jahr über von den Fähren der Styrsöbolaget angefahren wird.
 
Ab den 30er Jahren entstanden dann auf Brännö die Ferienhäuser der wohlhabenden Göteborger. Manche davon begannen als kleine Ferienhäuschen und entwickelten sich im Laufe der Jahre mit ihren Anbauten zu regelrechten Villen. In jüngster Zeit beginnen nun auch Baugesellschaften Brännö zu entdecken, die den Charakter der Insel mit Sicherheit beeinflussen werden, zumal schon heute die Preise für Häuser bei mehreren Millionen Kronen liegen.
 
Auf Brönnö leben im Winter rund 600 Personen. Im Sommer zählt man rund 3000 Bewohner, die überwiegend in eigenen Ferienhäusern wohnen, da es nur sehr wenige Mietobjekte auf der Insel gibt. Nichtsdestoweniger ist Brännö eine der lebenden Inseln mit Einkaufsmöglichkeiten, einem Gasthaus, Blumenhandel und selbst einem Friseur.

Schifffahrtsroute vor Brännö

Brännö ist vor allem mit dem Namen Lasse Dahlquist verbunden, dem großen Komponisten, Liedersänger und Schauspieler, der auf Brännö starb und dort begraben ist. Im Sommer finden in Erinnerung an Lasse Dahlquist jeden Donnerstag die Tanzveranstaltungen auf dem Bootssteg Husvik statt, wo zu Weisen des Komponisten getanzt wird.
 
Seit 2004 findet man auf Brännö auch ein Heimatmuseum, das von einem auf der Insel ansässigen Verein geführt wird, der nahezu 200 Mitglieder umfasst. Die Sammlung besteht vor allem aus alten Geräten und Erinnerungen, die das Leben auf Brännö während der letzten 200 Jahre zeigt. Das Museum ist für Einzelpersonen nur an den Sonntagen der Sommermonate für einige Stunden geöffnet. Gruppen sind auch zu anderen Zeiten, nach Anmeldung, jederzeit willkommen.
 
Auf Brännö sind vor allem Marder, Igel, Hasen und Vögel des Waldes und der See beheimatet, wobei man auf den umliegenden kleineren Inseln auch häufig Seehunde entdecken kann. Da die Insel über Jahrhunderte als Weide diente, findet man hier vor allem eingewanderte Pflanzen, die man sonst mehr an den Delsjön sucht als auf Brännö, was jedoch die ökologische Veränderungen verdeutlicht, die die Natur ständig eingeht, vor allem durch den Einfluss von Menschen und Tieren.
 
Preise, Ausflug und Führungen
 
Brännö wird von Saltholmen aus mit den Fähren der Styrsöbolaget angefahren, die zu den öffentlichen Verkehrmitteln Göteborgs gehört. Da es zwei Anlegestellen auf der Insel gibt, sollte man sich jedoch den Fahrplan genauer betrachten, da Brännö in zwei verschiedene Routen eingeht. Um Brännö zu entdecken, sollte man auf jeden Fall drei bis vier Stunden dafür vorsehen. Von Brännö aus kann man, zu Fuß, auch die Nachbarinsel Galterö erreichen, die vom Linienverkehr nicht angefahren wird. Auf der Insel werden keine Führungen angeboten, wobei man jedoch auf Brännö (Fährhafen Rödsten) Fahrräder mieten kann. Gruppen können deutsche Führungen auf Brännö und den Besuch des Heimatmuseums über Göteborg Aktuell buchen.