Kurze Geschichte Göteborgs

Die Geschichte Göteborgs lässt sich in mehrere Epochen einteilen, die, jede für sich, eine andere Rolle in der Entwicklung der Stadt hatten.
 
Über die Vorgeschichte Göteborgs hat man relativ wenige Erkenntnisse, obwohl man in und nahe der Stadt fast 3000 Zeichen einer Ansiedlung findet, die bis in die Steinzeit, also 6000 Jahre v. Christus zurückführen. Viele der archäologischen Funde sind frei zugängig und können bei unseren Führungen besichtigt werden.
 
Bis zur Gründung Göteborgs herrschten die damaligen Großmächte Dänemark im Süden und Norwegen im Norden der heutigen Stadt. Göteborg spielte zu jener Zeit eine sehr untergeordnete Rolle und hatte zeitweise gerade einmal einen 15 km breiten Zugang zur See.

Göteborg 1705

Das 17. Jahrhundert in Göteborg war geprägt von der Gründung des heutigen Göteborg durch König Gustav II. Adolf, der Ansiedlung von Einwanderern aus Deutschland, Holland und Großbritannien. Der Stadtbau war fast vollständig unter holländischem Einfluss und deren Erfahrung in der Bebauung von Marschland. In diesem Jahrhundert wurde Göteborg auch die best befestigte Stadt des Nordens mit ihrem zickzackförmigen Stadtgraben.
 
Im 18. Jahrhundert spielten Export und Import eine der bedeutendsten Rollen für die Stadt Göteborg. Vor allem die Gründung der schwedischen Ostindien-Kompanie machte die Stadt zu einem bedeutenden Umschlagplatz für Waren aus China und dem Fernen Osten. Aber auch Tabak-, Manufaktur und Zuckerindustrie blühten in der Stadt während dieses Jahrhunderts. Die Blockaden Napoleons in großen Teilen Europas machten zu dieser Zeit Göteborg zur industriell wichtigsten Stadt in ganz Nordeuropa.
 
Während des 19. Jahrhunderts verlor Göteborg seine Bedeutung als Handelsstadt und viele Firmen, die im 18. Jahrhundert zu Reichtum kamen gingen in Konkurs. Ein neuer Aufschwung kam mit dem Bau des Götakanals, der die Ostsee direkt mit dem Kattegatt verband. Aber vor allem die Werftindustrie brachte Göteborg im 19. Jahrhundert einen weiteren Aufschwung. Anfang dieses Jahrhunderts wurde der Göteborger Dom erbaut und gleichen Jahrhunderts dann auch die heutige Deutsche Kirche, die Christinae Kyrka nach einem Brand vollständig renoviert.
 
Im 20. Jahrhundert entwickelte sich Göteborg zum bedeutendsten Exporthafen Skandinaviens und die Textilindustrie, SKF mit ihren Kugellagern und Volvo sorgte für eine Vollbeschäftigung: Die hohen Einnahmen aus der Industrie ermöglichten es Göteborg sich zu einer Kultur- und Sportmetropole zu entwickeln. Ende des 20. Jahrhunderts wurde jedoch die Werftindustrie zu Grabe getragen.
 
Das 21. Jahrhundert leitete sich mit dem EU-Gipfeltreffen in Göteborg ein, brachte aber gleichzeitig soziale Unruhen und einen Niedergang der Autoindustrie. Göteborg setzt daher mehr und mehr auf kulturelle Ereignisse, Kongresse, Messen und Tourismus.