Göteborgs Stadsmuseum, die Geschichte der Stadt

Das Stadsmuseum Göteborg ist in einem historischen Gebäude untergebracht, das im 18. Jahrhundert von der Ostindien Kompanie als Lager, Büro und Auktionsgebäude erbaut wurde. Die Ostindien Komanie verhalf Göteborg zum vermutlich bedeutendsten ökonomischen und kulturellen Aufschwung der letzten Jahrhunderte. Vom heutigen Stadsmuseum aus wurden die Waren, die mit den Ostindiefararen nach Göteborg kamen nach ganz Europa verschifft, bis die politische Entwicklung Europas die Firma zum Konkurs brachte.

Universeum Göteborg

Die permanenten Ausstellungen des Stadsmuseum (Stadtmuseum) zeigen die Entwicklung Göteborgs und des Västra Götalandes der letzten 12.000 Jahre, also ab jener Epoche, als die ersten menschlichen Spuren an der schwedischen Westküste zu verzeichnen waren. Trotz der zahlreichen Funde, die im Museum gezeigt werden, ist es jedoch kaum möglich viel über die ersten Bewohner zu sagen, die vermutlich noch Nomaden waren.
 
Während die Funde aus der Steinzeit, Bronzezeit und späteren Eisenzeit, die im Stadsmuseum ausgestellt sind nur die künstlerischen Fähigkeiten einzelner Personen jener Zeiten dokumentieren, fängt die Geschichte Göteborgs im Museum mit den Wikingern an, denn das einzige "vollständige" Boot dieser nordischen Krieger gehört zu den ersten Dokumenten, die auch geschichtlich dokumentierte Handlungen im Raume Göteborgs nachvollziehen lassen.
 
Als sehr interessant erweisen sich dann die Ausstellungsgegenstände, die die Entwicklung der Stadt Göteborg dokumentieren, denn bevor die heutige Stadt entstand, gab es bereits mehrere Vorläufer. Die ersten Ansiedlungen trugen noch den Namen Lödöse und Neulödöse und lagen etwas im Landesinnenren. In jener Zeit kam auch das Christentum über Göteborg nach Schweden, wovon zahlreiche Ausstellungsstücke zeugen.
 
Später entstand die Stadt Älvsborg mit der ersten Schloss-Festung der Stadt, schließlich das sehr kurzlebige Göteborg Karl des IX auf Hisingen und letztendlich das heutige Göteborg, das Gustav II Adolf im Jahre 1621 gründete. Das Museum der Stadt schildern diese Epochen auf mehrere Säle verteilt und zeigt Funde, die auch sehr viel über das Leben jener Zeit aussagen.
 
Über die ersten Jahre des heutigen Göteborgs findet man relativ wenige Ausstellungsstücke, da das 17. Jahrhundert sich mehr dem Aufbau der Stadt und der militärischen Verteidigung widmete. Das Göteborg dieser Epoche suchte vor allem eine Annäherung an den Rest Europas, was mehr zu einem Wissensaustausch führte als zur Schaffung von Werken, die man in einem Museum ausstellen kann.
 
Die Geschichte im Stadsmuseum Göteborg geht dann in das 18. Jahrhundert über, dem drei Räume des Gebäudes gewidmet sind. Hier wird vor allem das soziale Leben, das Wirken der Ostindien-Kompanie und die erste Industrie an Hand von etwa 400 Ausstellungsstücken beleuchtet. Im Sommer 2010 findet man im Stadsmuseum zusätzlich eine separate Ausstellung über den Handel mit Indien und China.
 
In der Abteilung des 19. Jahrhunderts entdeckt man den Wandel der Gesellschaft durch die Industrialisierung. Drucktechnik, Fotografie und Weberei spielten in jenem Jahrhundert eine wichtige Rolle. Mehrere der damaligen Maschinen und Geräte sind heute im Stadsmuseum ausgestellt und dokumentieren mittlerweile vergessene Arbeitsmethoden und die Schwerarbeit, der Arbeiter dieses Jahrhunderts ausgesetzt waren.
 
Wer dann seine Wanderung durch das städtische Museum fortsetzt, gelangt in das 20. Jahrhundert, wo jedes Jahrzehnt eine separate Ausstellung bekam. Radiogeräte, Möbel und Schmuck zeigen hier eine mehr generelle Entwicklung Schwedens bis in die 60er Jahre, in die Zeit in der Geschichte zur Gegenwart wird.
 
Im Laufe des Jahres präsentiert das Stadsmuseum Göteborg noch mehrere thematischen Ausstellung bei denen Göteborg im Zentrum steht und die bisweilen in die moderne Zeit reichen.
 
Preise und Führungen
 
Die Jahreskarte für fünf Göteborger Museen kostet 40 Kronen, Einzelkarten gibt es nicht. Wer eine Museumskarte erworben hat, kann seine Besuche daher portionsgerecht aufteilen. Im Göteborg-Pass geht der Besuch des Stadtmuseums ebenfalls ein. Wer die schwedische Kulturarvskortet besitzt, bekommt in der Museumsboutique einen Rabatt von 10%. Kinder und Jugendliche bis einschließlich 24 Jahren können die fünf städtischen Museen Göteborgs kostenlos besuchen. Das Stadtmuseum bietet nur an wenigen Terminen thematische Führungen an.