Die Bedeutung des Göta Älv für Göteborg

Der Göta Älv, der im altnordischen Gautelfr hieß, ist insgesamt 93 Kilometer lang und führt vom Vänern nach Göteborg, wo er dann in das Kattegatt übergeht. Geschichtlich ist der Fluss für Göteborg immer von größtem Interesse gewesen, da auf ihm bereits die Wikinger verkehrten. Betrachtet man die Geschichte der Stadt, so wird der Göta Älv allerdings erst ab dem Gamla Lödöse bei Lilla Edet von großer Bedeutung, und nimmt man das heutige Göteborg, so spielt er ab dem Zufluss des Säveån, oberhalb des Gullbergskajen, eine wichtige Rolle ein, zumal die Schifffahrt und vor allem auch die Kreuzfahrten von Göteborg nach Stockholm entlang des Göta Kanals mehr eine nationale Rolle einnimmt.

Göta Älv bei Lilla Bommen

Geografisch ist auch die Trennung des Göta Älv in zwei Arme an der Bohus Fästning (Festung Bohus) bei Kungälv von Interesse, da diese Teilung die fünftgrößte und am dichtest bewohnte Insel Schwedens schafft, die heute den Göteborger Stadtteil Hisingen ausmacht.
 
Folgt man dem Göta Älv ab der Mündung des Säveån, so findet man auf der Festlandseite das Gullbergskajen, das in Göteborg allgemein als das Kai der Träumer bezeichnet wird, und auf der gegenüberliegenden Seite des Flusses liegt das Ringökajen mit der Reparationswerft Gotenius Varvet, die einzige Werft Göteborgs, die heute noch aktiv ist.
 
Jenseits der Götaälvbron, die ab 2020 von einer neuen Brücke etwas flussaufwärts ersetzt wird, taucht auf der rechten Seite des Göta Älv der Frihamnen, der Freihafen, auf, an dem heute kleinere Kreuzfahrtschiffe anlegen und das Kai an dem früher die Fähren nach England ablegten, aber auch Festivals und andere Ereignisse stattfinden. Auf dem Gelände des Freihafens soll bald ein moderner Stadtteil Göteborgs in exklusiver Lage entstehen, der überwiegend autofrei geplant ist.
 
Gegenüber des Frihamnen liegt Lilla Bommen mit der Oper, dem Hochhaus Läppstiftet, einem der größten Einkaufszentren Schwedens, Nordstan, und dem Hotelsegler Barken Viking. Vom Freizeitboothafen mit Gästehafen, der zum städtischen Konzern Liseberg gehört, gehen auch die Ausflugsboote zu den Schären und die Älvsnabben ab. Der kleine Hafen setzte sich einst mit einem Kanal fort, der das Göteborg inom Vallgraven begrenzte.

Fischereihafen am Göta Älv

Entlang der Kaianlagen, die beim Opernhaus beginnen entdeckt man die Sammlung des Museums Maritiman, um dann am Casino Cosmopol zu landen, das früher das alte Zollgebäude war, von dem aus über eine Million Schweden nach Amerika auswanderten. Am Stenpiren, wo heute während der Sommermonate bisweilen die Ostindiefararen Götheborg liegt, legten früher die Fähren zu den Schären ab.
 
Der Kanal am Stenpiren, der Stora Hamnkanalen, führt zum Ostindienhaus, dem heutigen Stadsmuseum, und war einst der wichtigste Kanal der Stadt. Zwischen dem Stora Hamnkanalen und dem folgenden Kanal, der genau genommen den Wallgraben ausmachte, der einst vor allem von Fischerbooten benutzt wurde und heute von den Paddan-Booten befahren wird, führt an der Feskekôrka vorbei. Am Kai zwischen den beiden Kanälen liegt das einzige schwedische Parkhausboot P-Arken, das beim Bau von dahinter liegenden, bereits geplanten, Hochhäusern bald seinen Platz verlassen muss.
 
Blickt man auf die Seite Hisingens, so entdeckt man noch die Reste der früheren zweite Werft Göteborgs, die aus der ehemaligen Götaverken entstand und seit Ende 2015 verlassen im Fluss liegt. Unmittelbar daneben liegt Lindholmen, das heute das wissenschaftliche Zentrum Göteborgs mit Universitätsanlagen, Forschungseinrichtungen und dem Sciencepark ist.
 
Die Fortsetzung auf der Festlandseite bildet das Stenakai mit den Fähren nach Dänemark und Deutschland, hinter denen sich die historischen Stadtteile Masthugget und Majorna verstecken. Auf der gegenüberliegenden Seite des Göta Älv sieht man den Slottsberget, wo vor mehreren hundert Jahren das Lindholmen Schloss stand, und die legendenumwobene Erhöhung Ramberget mit dem Keillers Park.
 
Nur durch ein altes Werftbecken getrennt beginnt dann Eriksberg mit seiner Strandpromenade und den modernen Wohngebäuden, die die alten Fabrikhallen ersetzt haben. Als Erinnerung an die Zeit der Werften blieb am Rande Eriksbergs nur der alte Bockkran zurück, der für seine Beleuchtungskunst ausgezeichnet wurde und mittlerweile unter Denkmalschutz steht.

Stena-Kai am Göta Älv

Gegenüber von Eriksberg, wieder auf dem Festland, liegt dann der alte Fischereihafen mit seinen Kaianlagen, der Fischauktion und den Hallen mehrerer Fischhändler. Heute legen hier jedoch keine Fischkutter mehr an, da die Fische vom neuen Fischereihafen in Fiskebäck per Lastwagen zu diesem Großhandelsmarkt für Fische gebracht werden.
 
Kurz vor der Älvsborgsbron erreicht man dann auf der Festlandseite das Kulturreservat Klippan, wo noch vor 150 Jahren die Endstation für größere Schiffe war und die Ostindiengesellschaft ihre Waren vor dem Weitertransport lagerte. Versteckt hinter den Gebäuden der früheren Zuckerfabrik und der alten Brauerei liegt die Ruine des Schlosses Älvsborg, die die schwedische Schiffahrt auf dem Göta Älv absichern sollte, zu einer Zeit als das heutige Göteborg noch nicht existierte. Den Abschluss von Klippan, wo auch die Fährverbindung zwischen Festland und Hisingen lag bevor die Älvsborgsbron gebaut wurde, bildet das Kulturzentrum Röda Sten.
 
Auf der Seite der Insel Hisingen beginnen dann die industriellen Hafenanlagen und Raffinerien Göteborgs, die sich bis zur Spitze Hisingens fortsetzen und nur von der vorgelagerten Insel mit der Nya Älvsborgsfästning unterbrochen werden, die das alte Schloss, nach der Gründung des heutigen Göteborgs durch Gustav II. Adolf, ersetzte.
 
Auf der Festlandseite löst der Stadtteil Nya Varvet Klippan ab, die Stelle, wo vermutlich die ersten Schiffe des früheren Göteborgs gebaut wurden, das jedoch auch eine wichtige Rolle in der Militärgeschichte Göteborgs spielte. Heute sieht man hier vor allem Forschungsfahrzeuge, Eisbrecher und Lotsenboote verankert. Im Göta Älv selbst findet man noch die Reste der Schiffe, die Göteborg während des zweiten Weltkriegs versenkte um die Hafeneinfahrt gegen eine deutsche Invasion zu schützen.
 
Den Abschluss des Festlandes Göteborg bilden, bevor sich die Welt der südlichen Schären öffnet, noch die Stadtteile Långedrag und Saltholmen mit ihren Häfen für Freizeitboote. Bei Långedrag sieht man auf den Anhöhen auch die alten Kanonen der Verteidigungsanlagen Oscar II. Fort aus, das Ende des 19. Jahrhunderts erbaut wurde und sich in der Zukunft in ein Museum verwandeln soll. Fast an der Spitze von Saltholmen entdeckt man schließlich noch den Fährhafen von wo aus die südlichen Schären erreicht werden.