Mit einer Kreuzfahrt nach Göteborg

In den letzten Jahren kamen sehr viele Besucher Göteborgs mit einem Kreuzfahrtschiff an um das westschwedische Zentrum in wenigen Stunden zu erkunden, was bei einer Stadt mit nahezu 600.000 Einwohnern und nahezu unzähligen Sehenswürdigkeit geradezu zu einer Herausforderung werden kann, sowohl für Göteborg, als auch für die tausenden an Gästen, die im Grunde alle gleichzeitig nach Göteborg wollen und mehrheitlich auch die gleichen Sehenswürdigkeiten sehen wollen.

Das Kreuzfahrtschiff AIDAMar

Wer nicht mit der Balmoral, der Viking Sun, der Astor oder einem der kleineren Kreuzfahrtschiffe in Göteborg ankommt, wird bei der Ankunft am Hafen in Arendal feststellen, dass das Schiff sehr weit von der Stadt entfernt anlegt und man nicht, wie in Oslo, Kopenhagen und anderen Städten, nahe des Zentrums und den ersten Sehenswürdigkeiten ankommt, denn die Schiffe von Aida, MSC oder die Queen Elizabeth legen in einem Hafen an, der etwa 15 Kilometer vom Zentrum Göteborgs entfernt liegt. Und wer mit Mein Schiff und anderen noch größeren Kreuzfahrtschiffen ankommt, muss mit einem Shuttlebus aus dem Sperrgebiet gebracht werden um überhaupt die öffentlichen Verkehrsmittel zu erreichen.
 
Mittelgroße Kreuzfahrtschiffe wie die AIDAVita, die AIDABella und andere mehr, haben dennoch einen guten Ausgangspunkt, denn nur 150 Meter vom Schiff entfernt ist die Haltestelle der öffentlichen Verkehrsmittel, die den Besucher in 30 Minuten zu den ersten Sehenswürdigkeiten Göteborgs bringen können, eine interessante Lösung, wenn man auf die Shuttlebusse verzichten will und mehr als die von Kreuzfahrtunternehmen vorgegebenen Sehenswürdigkeiten entdecken will.


Die größere Frage bei einer Ankunft in Arendal oder dem Skandiahamnen ist dann natürlich wie viel man von Göteborg sehen will. Man hat immer die Möglichkeit die Rundreisebusse zu nehmen, muss dabei jedoch bedenken, dass moderne Städte nicht mehr für diese Art von Sigthseeing geplant sind, denn in den nordischen, größeren Städten gibt es kaum noch Haltestelle für Busse und immer mehr schöne Teile der Städte sind mit Bussen gar nicht mehr erreichbar. Dies gilt für Oslo, für Kopenhagen, Stockholm und natürlich auch für Göteborg, das sich zudem bis etwa 2030 in eine gigantische Baustelle verwandelt, so dass eine Rundfahrt mit dem Bus kaum eine Freude machen kann.
 
Wer gut in Form ist, kann Göteborg auch mit dem Fahrrad entdecken, denn bei knapp 50 Kilometern Fahrradwegen ist jede der Sehenswürdigkeiten auf irgend eine Weise anzuradeln. Dass man in Form sein sollte, liegt bereits daran, dass man erst einmal vom Kreuzfahrtschiff zur Stadt kommen muss und dann mit einigen beachtlichen Steigungen zu rechnen hat. Hinzu kommt, dass man dabei natürlich nur sehr oberflächliche Erklärungen bekommt, da es für die Kreuzfahrt-Führer unmöglich ist sich auf jede Stadt, die sie im Laufe eines Jahres besuchen, wirklich vorzubereiten. Es geht dabei also mehr um die Sehenswürdigkeiten zu fotografieren, abzuhaken und am Radfahren Spaß zu haben.
 
Die optimale Lösung ist natürlich, wenn am Schiff bereits ein Stadtführer wartet, der sich auch um die Fahrscheine für die öffentlichen Verkehrsmittel kümmerte, mit dem Minibus wartet oder eine der Größe der Gruppe angepasste Möglichkeit anbietet und dann gezielt alle bedeutenden Sehenswürdigkeiten Göteborgs in aller Ruhe zeigt ohne ständig zur Eile anzutreiben. In der Regel ist dies auch keine Preisfrage, da es in Göteborg mehrere ausgezeichnete Führer gibt, die auch bei fünf oder sechs Personen schon billiger sein können als eine organisierte Massenführung.